Volk

Melodie -

Hans Kloepfer

1. Volk - in leichtverwognem Mute
jagt ihr's keck in euren Streit,
daß es zahl' mit seinem Blute
eure kurze Herrlichkeit.

2. Nimmer ist's die laute Masse,
die ihr auf die Straße hetzt,
bis sie, blind in Gunst und Hasse,
auf den Götzenthron euch setzt.

3. Volk - das kommt aus Ewigkeiten,
ist ein tiefes, dunkles Meer,
vom Jahrhundertweg der Zeiten
müdes, schlafumfangnes Heer.

4. Volk - das wohnt vor dunklen Wäldern,
über sich das Sternenzelt,
gräbt aus morgenfrühen Feldern
seine grabenkarge Welt.
  5. Volk - das lebt in alten Märchen,
wie sie einst die Mutter sang,
glänzt von blonden Kinderhärchen
sorglos auf dem Blütenhang;

6. trägt wie unter tiefen Narben
seines Schöpfers Ebenbild,
das in stillverblichnen Farben
erst ums Totenantlitz spielt.

7. Volk - das ist ein stummer Riese,
der an Weltenfesten baut
und aus dämmerndem Verliese
selten nur die Sonne schaut.

8. Aber wenn es aufgestanden,
seinen Herrgott in der Faust,
ist's der Föhn, der frei von Banden,
von den Bergen niederbraust,

9. ist's der Herr am Jüngsten Tage,
der sein donnernd „Schuldig" spricht
und vor überladner Waage
blutig hält sein Weltgericht.


| Deutsche Volkslieder | Ahnenforschung | Ferienaufenthalt | Folksongs | Hymns | Genealogy | Pacific Holiday | HOME PAGE | Suche | Email |